Zum Warmwerden
"Magnum es, domine, et laudabilis valde: Magna virtus tua et sapientiae tuae non est numerus. Et laudare te vult homo, aliqua portio creaturae tuae, et homo circumferens mortalitatem suam, circumferens testimonium peccati sui et testimonium, quia superbis resistis. Et tamen laudare te vult homo, aliqua portio creaturae tuae. Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te."
"Groß bist Du, Herr, und hoch zu preisen, und groß ist Deine Macht und Deine Weisheit unermeßlich. Und preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriß Deiner Schöpfung, ja der Mensch, der herumschleppt sein Sterbewesen, herumschleppt das Zeugnis seiner Sünde und das Zeugnis, daß Du den Hochfährigen widerstehst. Und dennoch preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriß Deiner Schöpfung. Du selber reizest es an, daß Dich zu preisen Freude ist; denn geschaffen hast Du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis daß es seine Ruhe hat in Dir."
So beginnen sie, die Confessiones des Heiligen Augustinus. Ich habe diese ersten Zeilen schon ziemlich häufig gelesen und ich bin doch immer wieder neu erstaunt, wie großartig sie sind. Der dem Menschn innewohnende Drang, seinen Schöpfer zu preisen, wird hier nicht nur einfach angesprochen, sondern auch mit einem einzigen Satz begründet: "...geschaffen hast Du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis daß es seine Ruhe hat in Dir."
Ja, so ist's. In die Welt geworfen von Gott kann der Mensch gar nicht anders, als wieder zu Ihm zurückkehren zu wollen, zu müssen.
Ich gestehe, daß es bei mir einige Jahre gedauert hat, bis ich endlich merkte, daß dieses zerrende Gefühl nicht etwa der Wunsch nach materiellem oder geistigem Besitz war, nicht das Verlagen nach Anerkennung, nicht der Drang nach Höherem, Schnellerem, Weiteren. Ich weiß auch nicht, wie ich es beschreiben soll. Mir kommt es beinahe vor wie eine spirituelle Nabelschnur, die nicht gekappt wurde.
"Groß bist Du, Herr, und hoch zu preisen, und groß ist Deine Macht und Deine Weisheit unermeßlich. Und preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriß Deiner Schöpfung, ja der Mensch, der herumschleppt sein Sterbewesen, herumschleppt das Zeugnis seiner Sünde und das Zeugnis, daß Du den Hochfährigen widerstehst. Und dennoch preisen will Dich der Mensch, ein kümmerlicher Abriß Deiner Schöpfung. Du selber reizest es an, daß Dich zu preisen Freude ist; denn geschaffen hast Du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis daß es seine Ruhe hat in Dir."
So beginnen sie, die Confessiones des Heiligen Augustinus. Ich habe diese ersten Zeilen schon ziemlich häufig gelesen und ich bin doch immer wieder neu erstaunt, wie großartig sie sind. Der dem Menschn innewohnende Drang, seinen Schöpfer zu preisen, wird hier nicht nur einfach angesprochen, sondern auch mit einem einzigen Satz begründet: "...geschaffen hast Du uns zu Dir, und ruhelos ist unser Herz, bis daß es seine Ruhe hat in Dir."
Ja, so ist's. In die Welt geworfen von Gott kann der Mensch gar nicht anders, als wieder zu Ihm zurückkehren zu wollen, zu müssen.
Ich gestehe, daß es bei mir einige Jahre gedauert hat, bis ich endlich merkte, daß dieses zerrende Gefühl nicht etwa der Wunsch nach materiellem oder geistigem Besitz war, nicht das Verlagen nach Anerkennung, nicht der Drang nach Höherem, Schnellerem, Weiteren. Ich weiß auch nicht, wie ich es beschreiben soll. Mir kommt es beinahe vor wie eine spirituelle Nabelschnur, die nicht gekappt wurde.

