Das Zitat!
Wer kennt es nicht, das berühmte Zitat des Heiligen Augustinus, welches richtig so heißt: "Dilige, et quod vis fac." (In epistulam Ioannis ad Parthos, tractatus VII, 8.)?
Ein schöner und wahrer Satz, der aber einen ganzen Berg von Problemen mit sich bringt. Da wären zuert einmal die achtunddreißigtausend verschiedenen Zitierungen und Übersetzungen:
- Ama, et fac quod vis
- Ama Deum, et fac quod vis
- Liebe und tu was Du willst
- Liebe Gott und tu was du willst
- Liebe - und dann tu was Du willst
usw.
Und dann kommt natürlich noch die Interpretation hinzu. Und die ist - wenn auf subjektivem Empfinden und persönlicher Neigung basierend - in der Regel extrem haarig.
So traf ich im Sommer im Stift eine Dame, die, als ich während einer Führung durch die Kirche den Namen Augustinus fallen ließ, ganz begeistert von dessen laissez-faire-Attitüde schwärmte, weil sie den Satz wörtlich nahm: "Ich liebe (egal was oder wen), also darf ich tun was ich will". So ist das natürlich mitnichten gemeint, weswegen das in einige Übersetzungen hineingeschmuggelte Wörtchen "Deum" bzw. "Gott" wenn auch nicht korrekt, so doch eine gewisse Hilfestellung ist.
Denn natürlich ist es so gemeint, daß wir Gott lieben sollen und dann tun können, was wir wünschen. Aber auch hier ist vollkommene Klarheit noch immer nicht hergestellt. Denn mit "Gott lieben" ist eine spezielle Art und Intensität der Liebe gemeint: Erst, wenn wir Gott so lieben, daß wir tatsächlich auf ihn hören und ihn mit unserem ganzen Wesen als das akzeptieren, was er ist, erst dann sind wir frei zu tun, was wir wollen. Und dann wird, was immer wir tun, ohnehin nur das sein, was Gott von uns verlangt.
Jetzt gibt es hier natürlich Einwände wie zum Beispiel: "Ja, aber dann ist das ganze ja 'ne Mogelpackung. Wenn durch die Liebe zu Gott mein Handlungsspielraum so eingeschränkt wird, dann kann ich ja am Ende doch nicht mehr tun, was ich will."
Es sollte aber an dieser Stelle bedacht werden, daß all die Dinge, die wir aufgrund unserer Liebe zu Gott nicht mehr zu tun wünschen, entweder Dinge sind, die man selbst als Atheist nicht tun sollte (Diebstahl, Mord, Betrug, Verleumdung etc.), oder eben die Dinge sind, die uns vielleicht hin und wieder mal kräftig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, aber ansonsten eigentlich zu nix gut sind, außer, daß sie vielleicht ein fünkchenkurzes Bedürfnis stillen (sich sinnlos besaufen, Schwächere herumschubsen, lästern, unter den Rock gucken usw.) und uns dann am Ende doch recht leer und unbefriedigt zurücklassen.
Also: "Dilige, et quod vis fac."
Ein schöner und wahrer Satz, der aber einen ganzen Berg von Problemen mit sich bringt. Da wären zuert einmal die achtunddreißigtausend verschiedenen Zitierungen und Übersetzungen:
- Ama, et fac quod vis
- Ama Deum, et fac quod vis
- Liebe und tu was Du willst
- Liebe Gott und tu was du willst
- Liebe - und dann tu was Du willst
usw.
Und dann kommt natürlich noch die Interpretation hinzu. Und die ist - wenn auf subjektivem Empfinden und persönlicher Neigung basierend - in der Regel extrem haarig.
So traf ich im Sommer im Stift eine Dame, die, als ich während einer Führung durch die Kirche den Namen Augustinus fallen ließ, ganz begeistert von dessen laissez-faire-Attitüde schwärmte, weil sie den Satz wörtlich nahm: "Ich liebe (egal was oder wen), also darf ich tun was ich will". So ist das natürlich mitnichten gemeint, weswegen das in einige Übersetzungen hineingeschmuggelte Wörtchen "Deum" bzw. "Gott" wenn auch nicht korrekt, so doch eine gewisse Hilfestellung ist.
Denn natürlich ist es so gemeint, daß wir Gott lieben sollen und dann tun können, was wir wünschen. Aber auch hier ist vollkommene Klarheit noch immer nicht hergestellt. Denn mit "Gott lieben" ist eine spezielle Art und Intensität der Liebe gemeint: Erst, wenn wir Gott so lieben, daß wir tatsächlich auf ihn hören und ihn mit unserem ganzen Wesen als das akzeptieren, was er ist, erst dann sind wir frei zu tun, was wir wollen. Und dann wird, was immer wir tun, ohnehin nur das sein, was Gott von uns verlangt.
Jetzt gibt es hier natürlich Einwände wie zum Beispiel: "Ja, aber dann ist das ganze ja 'ne Mogelpackung. Wenn durch die Liebe zu Gott mein Handlungsspielraum so eingeschränkt wird, dann kann ich ja am Ende doch nicht mehr tun, was ich will."
Es sollte aber an dieser Stelle bedacht werden, daß all die Dinge, die wir aufgrund unserer Liebe zu Gott nicht mehr zu tun wünschen, entweder Dinge sind, die man selbst als Atheist nicht tun sollte (Diebstahl, Mord, Betrug, Verleumdung etc.), oder eben die Dinge sind, die uns vielleicht hin und wieder mal kräftig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, aber ansonsten eigentlich zu nix gut sind, außer, daß sie vielleicht ein fünkchenkurzes Bedürfnis stillen (sich sinnlos besaufen, Schwächere herumschubsen, lästern, unter den Rock gucken usw.) und uns dann am Ende doch recht leer und unbefriedigt zurücklassen.
Also: "Dilige, et quod vis fac."

